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Thomas Wörtche:
"Heute schreibt Willi Voss … Kriminalromane und … Polit-Thriller, die bei uns ohne Übertreibung ihresgleichen nicht haben. Gemeinsam ist den Subgenres in der Arbeit von Willi Voss, dass er sich grundsätzlich seine Plots und Themen nicht aus der Zeitung anliest (wie das ein anderer deutscher Autor von angeblichen Polit-Thrillern, …, von sich stolz behauptet), sondern dass Willi Voss der eigenen Recherche und dem eigenen Erleben stets den Vorrang gibt. Deswegen konnte auch nur eine völlig blinde Kritik ihn als den "Wilden" oder den "Primitiven" der deutschen Krimi-Szene bezeichnen. Voss ist, wenn überhaupt, in dem selben Sinne ein "Wilder", wie es Jack London oder B. Traven waren. Und die haben bekanntlich auch gute Bücher geschrieben. Willi Voss' Romane sind aber dennoch ein Ärgernis: sie haben nämlich einen sehr illusionslosen Blick auf alle möglichen Vorgänge aus Politik, Wirtschaft und auf das anscheinend davon unabhängige Privatleben. Man lese seinen Polit-Thriller "Gegner", wahrscheinlich der authentischste Beirut-Roman der deutschen Literatur, um zu begreifen, dass auch nur Ansätze einer Schwarz-weiß-Malerei bei Willi Voss nicht zu finden sein werden. Die gleiche Differenziertheit gilt für seine Darstellung von Gewalt, die, nach seinen Erfahrungen damit, weiterhin sein großes Thema ist."
Sender Freies Berlin - Pulp, Kriminalmagazin
"Krimi Autor des Monats: Willi Voss"
BZ - Berlins größte Zeitung:
Ein Mann sieht rot Ort der Handlung: Libanon. Zeit: Gegenwart. Ein deutscher Geschäftsmann wird aufgrund falscher Informationen entführt und grausam gefoltert. Nachdem er über diplomatische Weg die Freiheit wieder erlangt hat, hat er nur noch einen einzigen Wunsch. Er will Rache nehmen – un d er geht auf Menschenjagd! - Das ist der Ausgangspunkt dieses hochkarätigen Thrillers, der nicht nur durch seine kenntnisreichen Fakten besticht. Vielmehr gibt er auch ein Spiegelbild menschlicher Gefühle und Triebe wie Liebe und Hass, Gewalt und Rache. Der Roman wurde im Konsalik-Roman-Preis-Wettbewerb ausgezeichnet.
Siegner Zeitung: Der Autor zeigt, wie Krieg und Gewalt die menschliche Seele und menschliche Beziehungen zerstören. Dies geschieht am Beispiel von Kanter, einem erfolgreichen Manager einer deutschen Industriefirma, der aufggrund falscher Informationen als PLO-Agent von den libanesischen Falangisten-Milizenentführt und von einem Sicherheitsoffizier grausam gefolter wird. Zwar kommt er durch eine diplomatische Intervention frei und kann nach Deutschland zurückkehren, doch das Geschehene sitzt zu tief in ihm, um vergessen zu werden. Der Hass auf seine Folterer ist unerträglich, die einzige Erlösung davon muss dessen Tod sein. Und so begibt sich Kanter in dem von Anarchie und Wahnsinn zerrissenen Beirut auf Menschenjagd. Bevor er seinem Todfeind findet, begegnet er der Frau, die er liebte, als er in Beirut ein sorgloses und friedliches Leben führte. Die neu erwachte Liebe lässt ihn am Sinn seiner Rache zweifeln, aber für eine Umkehr ist es zu spät: Sein Gegner hat von seiner Ankunft erfahren und hat ihn nun selbst im Visier. Jäger und Gejagter zugleich, arbeitet sich Kanter immer näher an seinen Folterer heran, bis zum unausweichlichen, dramatischen Zusammenprall...
Buchmarkt: Seit ein paar Jahren versucht unsere Krimikritik einen deutschen Polit-Thriller Autor zu entdecken, der mit den Angelsachsen mithalten kann. Das führt dann zu einem hilflosen Hochjubeln von dem völlig unlesbaren Schweizer Peter Zeindler oder des bestenfalls skurrilen Peter Schmidt. Dabei hat sich heimlich still und leise der in Spanien lebende Willi Voss mit vier Polit-Thrillem im Schweizer Verlagshaus, bei dem Kleinverlag Rehkugler & Voss und bei Bastei-Lübbe als die Nr. 1 etabliert. Mit dem Titel „Gegner" hat er außerdem den großen Beirut-Roman geschrieben. Und Voss weiß, wovon er schreibt: Er lebte lange Zeit im Libanon. Kein Autor, außer Friedhelm Werremeier, hat für seine Bücher ähnlich gründlich recherchiert. Für den Roman „Signum F" ist Voss sogar unter Einsatz des eigenen Lebens an die südamerikanischen Koksbarone herangegangen. Der Thriller, der besonders bei der englischen und amerikanischen Presse für Aufregung sorgte, gehört zum besten, was in Deutsch bisher unter dem Signum Polit-Thriller erschienen ist. Mit Willi Voss hat die deutsche Krimi-Szene endlich einen international konkurrenzfähigen Polit-Thriller-Autor! Martin Compart
Watching the Detectives
Der deutsche Ex-Offizier und Geschäftsmann Kanter kehrt zurück in die geteilte Stadt Beirut, in der sich Christen und Moslems auch in Zeiten des Stillstands erbitterte Gefechte liefern. Er ist auf der Suche nach Erlösung, die er zu finden glaubt, wenn er den Verantwortlichen tötet, der ihn verhört und gefoltert hat, der ihn in zermürbenden, von körperlichen und geistigen Qualen durchsetzten Wochen auf ein menschliches Nichts reduziert hat, ohne Hoffnung, ohne Würde. Am Ende einer Odyssee durch eine Stadt, eine Region, die dem Untergang geweiht ist, stellt Kanter seinen Folterer George Chehada – und wer jetzt denkt, aha: Showdown! hat so ganz unrecht nicht. Aber Voss beendet seinen Roman nicht mit einem schnöden Akt der Selbstjustiz; sein Schluss ist profaner und doch diffiziler als der gewalttätige Abschluss einer konsequent ausgelebten Racheodyssee es sein würde. Chehada, der willfährige Lakai eines aus den Fugen geratenen Systems, ist ein Getriebener, ein Gefangener seiner vielfältigen Ängste und Lebenslügen, mit denen er sich verzweifelt und letztlich vergeblich einzureden versucht, dass alle Gräueltaten, die er begeht, gottgewollt sind, und selbst ein Mord aus Lust eine göttliche Prüfung darstellt. Opfer müssen gebracht werden, wenn es DER Sache dient; die diesmal jene ist, die sich „christlich“ nennt. Was natürlich austauschbar ist, aber auch hier verweigert sich Voss dem einfachen Weg, in dem er den Moslems nicht einfach den Schwarzen Peter zuschiebt. Chehada, dem dunklen Gegenstück Kanters, fehlen vor allem zwei Zutaten in der Suppe des Lebens: Freundschaft und Liebe. Beides darf Kanter erfahren, und so, während die äußere Situation immer weiter zum offenen Krieg eskaliert, ein mildes Happy End erleben. Willi Voss hat mit „Gegner“ nicht nur einen spannenden Thriller geschrieben, sondern einen Roman, der die Situation im Nahen Osten schnörkellos und treffend skizziert, und dadurch die Perversion dieses politischen und weltanschaulichen Schlachtfelds, dessen ideelle Gemetzel bis in den Familienverbund reichen, entlarvt. Ich weiß nicht, ob er DEN Beirut Roman geschrieben hat, aber eine kluge und spannende Reise ins dunkle Herz dieser Stadt ist ihm allemal gelungen. Traurig nur, dass der ursprünglich 1983 erschienene (und dezent zur Jahrtausendwende überarbeitete) Roman, kaum etwas von seiner Aktualität verloren hat. Die Namen der Städte, der Regionen mögen sich ändern, die (selbst)zerstörerischen Ideologien und Aktionen bleiben. Jochen König
Heilbronner Stimme:
Der Autor zeigt eindringlich, wie Krieg und Gewalt die menschliche Seele und menschliche Beziehungen zerstören, und ebenso eindrücklich zeichnet er das Bild eines zerrissenen Landes, das fremden Interessen als Spielball dient. Dies geschieht am Beispiel von Kanter, einem erfolgreichen Manager einer deutschen Industriefirma, der aufgrund falscher Informationen als PLO- Agent von den Falangisten entführt und von einem Sicherheitsoffizier grausam gefoltert wird. Der Hass auf seinen Folterer ist unerträglich, die einzige Erlösung davon muss dessen Tod sein. Und so begibt sich Kanter in dem von Anarchie und Wahnsinn zerrissenen Beirut auf Menschenjagd. 384 Seiten. 29.80 Mark. Schweizer Verlagshaus, Zürich. !-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --> Steyrer Zeitung Eine Geschichte des Hasses Willi Voss zeigt eindringlich, wie Krieg und Gewalt die menschliche Seele und menschliche Beziehungen zerstören, und ebenso eindrücklich zeichnet er das .Bild eines zerrissenen Landes, das fremden Interessen als Spielball dient. Dies geschieht am Beispiel von Kanter, einem erfolgreichen Manager einer deutschen Industriefirma, der aufgrund falscher Informationen als PLO-Agent von den Falangisten entführt und von einem Sicherheitsoffizier grausam gefoltert wird. Zwar kommt er durch diplomatische Intervention frei und kann nach Deutschland zurückkehren, doch das Geschehene sitzt zu tief in ihm, um vergessen zu werden. Der Hass auf seinen Folterer ist unerträglich, die einzige Erlösung davon muss dessen Tod sein. Und so begibt sich Kanter in dem von Anarchie und Wahnsinn zerrissenen Beirut auf Menschenjagd. Bevor er seinen Todfeind findet, begegnet er der Frau, die er liebte, als er in Beirut ein sorgloses und friedliches Leben führte. Die neu erwachte Liebe läßt ihn am Sinn seiner Rache zweifeln, aber für eine Umkehr ist es zu spät: Sein Gegner hat von seiner Ankunft erfahren und hat ihn nun selbst im Visier. Jäger und Gejagter zugleich, arbeitet sich Kanter Immer näher an seinen Folterer heran, bis zum unausweichlichen, dramatischen Zusammenprall. Dieser Roman ist mehr als ein spannender, hochkarätiger Thriller vor aktuellem Hintergrund: Er ist ein psychologisch feinfühlig und menschlich engagiert geschriebenes Kapitel aus der Geschichte des Hasses.
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